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Life Sciences – Schule fürs Leben

Bewerbung als "Talent im Land" lohnt sich

Baden-Württemberg sucht junge Talente: Leoni Neumann von den HLS Offenburg ist eines.

Badische Zeitung vom 10. März 2018 - Text und Bild: Fabian Pagel

OFFENBURG. "Es ist nicht so, dass das Stipendium nur Einserschüler bekommen. Viel wichtiger ist zum Beispiel, ob man sich außerschulisch engagiert." Genau das macht Leoni Neumann auch; etwa beim Deutschen Roten Kreuz oder als Autorin von Theaterstücken. So hat es die Elft-Klässlerin des Biotechnologischen Gymnasium (BTG) geschafft, beim Stipendienprogramm "Talent im Land" angenommen zu werden. Das Schülerstipendium der Baden-Württemberg- beziehungsweise der Robert-Bosch-Stiftung fördert ambitionierte und engagierte SchülerInnen auf dem Weg zur Hochschulreife. "Wenn man einmal dabei ist, wird man Teil einer großen Familie mit 650 Mitgliedern, die sich regelmäßig treffen und in der man Ideen oder Probleme teilen kann." Hinzu komme, dass man viele neue Leute kennen lernt und dadurch ein Netzwerk aufbaut, welches auch später hilfreich sein kann. Das Stipendium bietet aber auch finanzielle Unterstützung. Neben monatlichem Geld für Bücher, Bustickets und Ähnliches, gibt es auch Zuschüsse für einen neuen Laptop oder Drucker. Die Stiftung setzt sich nämlich auch zum Ziel, Schülerinnen und Schülern zu helfen, die auf ihrem schulischen Karriereweg vor Hürden stehen.

Der Weg zum Stipendium führte für Leoni über ein Bewerbungsschreiben, gefolgt von einem Vorstellungsgespräch. Bei diesem traf sie in Stuttgart zum Beispiel auch auf 14-jährige "Talente", die bereits nebenbei an der Uni studieren. "Da habe ich mich natürlich zunächst etwas fehl am Platz gefühlt", berichtet die aus Altenheim stammende Gymnasiastin.

Mit ihrer fröhlichen und direkten Art konnte sie dann aber doch überzeugen. "Als ich gefragt wurde, wie ich auf das Stipendium gestoßen bin, habe ich einfach die Wahrheit erzählt; nämlich, dass ich einige Informationsflyer im Papierkorb entsorgen sollte, dann aber doch einen für mich rausgenommen habe." Bis Leoni ihr Abitur an den Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen ablegen wird, sind es noch zwei Jahre. Damit bleibt genügend Zeit, um sich in den Seminaren des Stipendiums über Rhetorik oder auch fachliche Themen zu informieren.

Wie es danach weitergeht, weiß sie noch nicht, aber sicherlich wird der Austausch mit anderen Stipendiaten auch dabei helfen. Sie sagt: "Ein Grund mehr, dass sich auch andere trauen, sich bei der Stiftung zu bewerben. Ich würde es jederzeit wieder machen."

Weitere Infos, auch zur Bewerbung, die noch bis 31. März möglich ist, unter http://www.talentimland.de

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Hier hat Leoni ihre Erfahrungen mit der Förderung durch "Talent im Land" sehr persönlich beschrieben.

Teeny-Mütter auf Probe kennen jetzt die Verantwortung

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Sie haben an dem Experiment teilgenommen: Luis Müller, Luisa Waffenschmidt, Kyra Küderle, Lea Obert, Mira Roth, Laetitia Schwarz, Michelle Winkler und Julin Schmettow (nicht auf dem Bild). Foto: Christa Henze

Badische Zeitung vom 13. Januar 2018

Schülerinnen und Schüler der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen haben am Präventionsprojekt "Babybedenkzeit" teilgenommen.

OFFENBURG (BZ). Füttern, Windeln wechseln, beruhigen sowie schlaflose Nächte – davon können frisch gebackene Eltern ein Lied singen. Doch was heißt es eigentlich für sehr junge Menschen, einen Säugling rund um die Uhr zu versorgen? Diese Erfahrung durften acht Schülerinnen und Schüler der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen in Offenburg machen. Die verblüffend echt wirkenden Babypuppen, die die Jugendlichen vier Tage und zwei Nächte lang betreuen mussten, können alles, was auch echte Säuglinge können – vor allem herzerweichend schreien.

"Ich fand es anstrengend, dass die Puppe so realistisch war, denn besonders die zweite Nacht war hart. Das ständige Aufstehen und sich dann auch Zeit für das Baby nehmen, war nicht gerade leicht", berichtet Luis Müller – ein Probevater. Ein Chip am Handgelenk sorgt nämlich dafür, dass das Baby ausschließlich von einem ganz bestimmten Jugendlichen versorgt werden kann. Und wenn sich dieser nicht genug kümmert, wird das Schreien des Kindes immer fordernder – einfach den Ausschaltknopf drücken, geht eben auch bei diesen Babypuppen nicht. Ganz schön belastend für Heranwachsende, die mit Disco, Freunden und Shoppen eigentlich völlig andere Dinge im Kopf haben.

Etwas Erholung gibt’s bei diesem Projekt nur vormittags, wenn die Jugendlichen für vier Stunden beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. mit ausgebildeten Fachkräften über Themen wie Schwangerschaft, Erziehung, Verhütung und Lebensplanung sprechen. In dieser Zeit schweigen die Babys brav, damit sich die Probemütter und Probeväter besser auf ihre Aufgaben konzentrieren können.

Vor diesem Projekt hätten sich alle Teilnehmer gut vorstellen können, ein Kind zu bekommen, denn Partnerschaft und Elternsein scheinen ihnen ein sicherer Weg zu einem erfüllten Leben. Dass es in der Realität oft anders aussieht, war ihnen laut Pressemitteilung nicht bewusst. Mira Roth und auch die anderen Teilnehmer erklären nach vier aufreibenden Tagen: "Ein Kind würden wir schon irgendwann einmal gerne haben. Doch ganz bestimmt noch nicht sofort – eine gute Ausbildung ist uns erst mal wichtiger!"

Mehr Informationen zu diesem Projekt gibt’s bei Fatima Gonska vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Zeller Straße 11, Tel. 0781 – 932290.

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