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Life Sciences – Schule fürs Leben

Teeny-Mütter auf Probe kennen jetzt die Verantwortung

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Sie haben an dem Experiment teilgenommen: Luis Müller, Luisa Waffenschmidt, Kyra Küderle, Lea Obert, Mira Roth, Laetitia Schwarz, Michelle Winkler und Julin Schmettow (nicht auf dem Bild). Foto: Christa Henze

Badische Zeitung vom 13. Januar 2018

Schülerinnen und Schüler der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen haben am Präventionsprojekt "Babybedenkzeit" teilgenommen.

OFFENBURG (BZ). Füttern, Windeln wechseln, beruhigen sowie schlaflose Nächte – davon können frisch gebackene Eltern ein Lied singen. Doch was heißt es eigentlich für sehr junge Menschen, einen Säugling rund um die Uhr zu versorgen? Diese Erfahrung durften acht Schülerinnen und Schüler der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen in Offenburg machen. Die verblüffend echt wirkenden Babypuppen, die die Jugendlichen vier Tage und zwei Nächte lang betreuen mussten, können alles, was auch echte Säuglinge können – vor allem herzerweichend schreien.

"Ich fand es anstrengend, dass die Puppe so realistisch war, denn besonders die zweite Nacht war hart. Das ständige Aufstehen und sich dann auch Zeit für das Baby nehmen, war nicht gerade leicht", berichtet Luis Müller – ein Probevater. Ein Chip am Handgelenk sorgt nämlich dafür, dass das Baby ausschließlich von einem ganz bestimmten Jugendlichen versorgt werden kann. Und wenn sich dieser nicht genug kümmert, wird das Schreien des Kindes immer fordernder – einfach den Ausschaltknopf drücken, geht eben auch bei diesen Babypuppen nicht. Ganz schön belastend für Heranwachsende, die mit Disco, Freunden und Shoppen eigentlich völlig andere Dinge im Kopf haben.

Etwas Erholung gibt’s bei diesem Projekt nur vormittags, wenn die Jugendlichen für vier Stunden beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. mit ausgebildeten Fachkräften über Themen wie Schwangerschaft, Erziehung, Verhütung und Lebensplanung sprechen. In dieser Zeit schweigen die Babys brav, damit sich die Probemütter und Probeväter besser auf ihre Aufgaben konzentrieren können.

Vor diesem Projekt hätten sich alle Teilnehmer gut vorstellen können, ein Kind zu bekommen, denn Partnerschaft und Elternsein scheinen ihnen ein sicherer Weg zu einem erfüllten Leben. Dass es in der Realität oft anders aussieht, war ihnen laut Pressemitteilung nicht bewusst. Mira Roth und auch die anderen Teilnehmer erklären nach vier aufreibenden Tagen: "Ein Kind würden wir schon irgendwann einmal gerne haben. Doch ganz bestimmt noch nicht sofort – eine gute Ausbildung ist uns erst mal wichtiger!"

Mehr Informationen zu diesem Projekt gibt’s bei Fatima Gonska vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Zeller Straße 11, Tel. 0781 – 932290.

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